The Rain

The Rain
The Rain

Anfang Mai ist auf Netflix "The Rain" erschienen – acht Folgen lang und insofern besonders, als dass es die erste dänische Netflix-Serie ist. In der ersten Staffel gibt es acht Folgen, die ich jetzt alle gesehen habe.

Der gängige Vergleich für "The Rain" ist "The Walking Dead" (nur ohne Zombies), was dann auch schon die erste mögliche Erklärung dafür ist, warum ich mit der Serie nicht sonderlich warm werde. Andererseits finde ich Zombies doof, insofern ist der Verzicht auf Zombies also erst einmal ein Pluspunkt. Statt Zombies gibt es in "The Rain" Regen, der Menschen bei Berührung binnen Sekunden umbringt. In der Folge müssen die Protagonisten sich also permanent irgendwo verkriechen und vor Gefahren weglaufen, darunter zum Beispiel ausgehungerte Menschen, die sich bisweilen auch nicht anders Verhalten als der typische Zombie. Insofern also doch: eher Minuspunkt.

Auch ansonsten lässt "The Rain" kein Klischee aus, das man so aus der Zombie-Welt kennt. Da stapft eine Gruppe durch die Wildnis, und es passiert, was erwartbar und langweilig ist, von der versehentlich Infektion mit tödlichem und ansteckendem Virus und anschließender Beinahe-Erschießung bis zum obligatorischen Zusammentreffen mit der Fundamentalisten-Sekte, die in Saus und Braus lebt, aber ein schreckliches Geheimnis hat.

Diese Vorhersagbarkeit ist einerseits recht nervig, andererseits ist "The Rain" mit acht Folgen so kurz und so schnell erzählt, dass man sich mit diesen Nervigkeiten nicht allzu lange aufhält. Gleichzeitig führt diese starke Verkürzung immer wieder zu befremdlichen Monologen und Situationen, die sowohl die Charaktere, ihre Entwicklung als auch die ganze Story bisweilen arg unglaubwürdig erscheinen lassen.

Überhaupt, die Unglaubwürdigkeit. "The Rain" ist ein einziges Logikloch. Abstruse Abläufe und Zufälle ziehen sich penetrant und permanent durch die gesamte Serie. Am Anfang mag man das noch verzeihen, spätestens in der zweiten Hälfte und vor allem gegen Ende nervt es nur noch.

Zu allem Überfluss erfährt man in "The Rain" nur sehr bruchstückhaft und langsam, worum es überhaupt geht und was eigentlich hinter der ganzen Sache steckt. Eine Auflösung gibt es ganz zum Schluss, die erklärt die vergangene Handlung aber auch nur bedingt. Insgesamt erinnert "The Rain" damit nicht nur an "The Waling Dead", sondern auch an die ersten "Lost"-Staffeln, die ich gesehen habe, bevor ich entnervt aufgegeben habe.

Inhaltlich ist "The Rain" klar auf eine zweite Staffel ausgelegt. Ob die kommt, ist gegenwärtig noch unklar. Wirklich vermissen würde ich sie wohl nicht.