(Gar nicht mal so kurz) notiert:

Wir waren in Jordanien! Ein paar lose Gedanken dazu:

  • Wir sind nach Israel geflogen, haben in Jerusalem übernachtet und sind am nächsten Morgen bei Bet She'an über die Grenze (Jordan River Crossing alias Sheikh Hussein Bridge). Das klappte vergleichsweise schmerzfrei und schnell. Von dort mit dem Taxi für 44 JD (ca. 55 Euro) in die Hauptstadt Amman.
  • Auf Empfehlung der jordanischen Botschaft haben wir uns im Vorfeld der Reise den Jordan Pass besorgt, der die Visa-Gebühren und den Eintritt zu verschiedenen Sehenswürdigkeiten umfasst. Außerdem bezahlt man bei der Ausreise über eine Landesgrenze keine Gebühr. Ich kann das grundsätzlich empfehlen …
  • … mit einer Einschränkung: Der direkteste Weg von Jerusalem nach Amman führt über die Allenby Bridge (auch bekannt als King Hussein Bridge – nicht verwirren lassen). Dort bekommt man allerdings kein Visum bei der Einreise, muss das also im Vorfeld bei der Botschaft besorgen. Das haben wir nicht gemacht (und ich weiß nicht, ob das in Verbindug mit dem Jordan Pass grundsätzlich möglich ist).
  • Wir waren in Amman zunächst in einem eher zweckmäßigen, dafür aber sehr zentral gelegenen Airbnb und später in einem zweiten, riesigen, sehr gut ausgestatteten Airbnb, das allerdings in einem eher ruhigen Wohnviertel liegt.
  • Das arabische Uber heißt Careem, ist günstig und funktioniert gut. Die Careem-Taxifahrer konnten praktisch immer gut Englisch.
  • Für andere Taxifahrer gilt das in der Regel nicht.
  • Insgesamt kommt man in Amman mit Englisch bestens zurecht, wir hatten zu keinem Zeitpunkt größere Sprach-Probleme.
  • Bis auf wenige Taxifahrer waren praktisch alle Jordanier, mit denen wir zu tun hat, unglaublich freundlich und aufgeschlossen. Den Satz "Welcome to Jordan" scheint außerdem schon jedes Kind zu lernen (und gerne an Touristen zu üben).
  • Heimliches Highlight von Amman: das Jordan Museum. Sehr modern und kurzweilig.
  • Kein echter Geheimtipp: Kochkurs bei Beit Sitti.
  • Von Amman aus sind wir mit dem öffentlichen Mini-Bus nach Wadi Musa gefahren, was gut funktioniert und flexibler ist, als mit dem Jett-Bus zu fahren (das Flixbus-Äquivalent). Hier steht, wie's funktioniert und wird korrekt zusammengefasst: "it is not a very comfortable ride but it is the local way".
  • Petra ist sehr sehenswert! (Auf mehr als den einen Tag, der vom Jordan Pass abgedeckt ist, hätten wir allerdings auch keine Lust gehabt.)
  • Von Petra fährt ein öffentlicher Bus nach Wadi Rum. Die Fahrt kann man in (mutmaßlich) jedem Hotel in Wadi Rum buchen. Der Bus ist entsprechend vollgepackt mit Touristen. An Bord ist ein Reiseleiter, der abfragt, wo man herkommt (1) und welches Camp man in Wadi Rum gebucht hat (2).
  • (2) dient in erster Linie dazu, einen nach Ankunft in Wadi Rum an der richtigen Stelle abzusetzen.
  • (1) dient in erster Linie dazu, Musik mit, nunja, Heimatbezug abzuspielen. In kenne jedenfalls inzwischen die kanadische Nationalhymne. Die deutsche Hymne wurde uns glücklicherweise vorenthalten, stattdessen lief zwischendurch ein (erneut mutmaßlich) jordanisch-deutsches Rap-Mashup.
  • Lustige Busfahrt, hat Spaß gemacht!
  • Wadi Rum ist eine ziemlich touristische Angelegenheit. Entkommen lässt sich dem nur schlecht, da man zwangsläufig auf Jeep (empfehlenswert) oder Kamel (ürgs) angewiesen ist. Wir haben uns im Vorfeld nicht schlau gemacht, keine Angebote verglichen und kurzfristig beim erstbesten Anbieter (Rum Stars) gebucht. Kostete 55 JD (ca. 70 Euro) pro Person für einen Tag im Jeep und eine Nacht im Beduinen-Camp inklusive (sehr leckerem) Abendessen, Frühstück und – Highlight – einem absolut klarem Himmel mit freier Sicht auf die Milchstraße. Ich würd's wieder machen (und wenn Geld keine Rolle spielt: mir vielleicht sogar das Mars-Camp gönnen).
  • Von Wadi Rum aus sind wir am nächsten Morgen (mit sehr viel Glück und dank eines freundlichen Paares aus Indien) recht schnell nach Akaba und direkt zur Wadi Araba Border Crossing gekommen. Das Taxi nach Akaba sollte man in jedem Fall am Vortag vom Veranstalter in Wadi Rum buchen lassen, da man sonst mindestens eine Stunde wartet. Die Fahrt nach Akaba kostet für vier Personen 25 JD, zur Grenze kommen nochmal 10 JD drauf.
  • Wenn man zu diesem Zeitpunkt schon weiß, dass der Jordan Pass die Ausreise-Gebühr deckt, spart man sich auch Abstecher zu drei Geldautomaten, von denen erst der letzte zumindest die Girocard akzeptiert. Ich weiß bis jetzt nicht, was mich dieser unnötige Spaß gekostet hat (und hoffe, dass ich es nie herausfinden muss).
  • Über die Grenze zurück nach Israel ging es für uns recht zügig und ohne umfangreiche Befragung, wie man sie am deutschen Flughafen genießen darf. Kurze Gepäckkontrolle, Passkontrolle – das war's im Wesentlichen.
  • Wen trifft man da so an der Grenze? Genau: Deutsche. Schlimmer noch: Münchner!
  • Hier gibt's das Foto-Album auf Flickr

04.12.2018