Die 3-Euro-Flatrate

Im Digital Fuel Monitor, der regelmäßig internationale Mobilfunkangebote vergleicht, liegt Lettland aktuell auf dem dritten Platz. Die relevante Metrik heißt: Wie viel LTE-Internet gibt es für 30 Euro.

Nun war ich zufällig erst kürzlich in Lettland und wie das so ist mit deutschem Vertrag: Ist man erst einmal länger als ein paar Minuten außerhalb eines WLANs, ist das Datenvolumen schneller verbraucht als man gucken kann. Gleichzeitig hatte ich noch rund eine Woche Urlaub vor mir und mich folglich schlau gemacht, wie ich denn wieder an Internet komme.

Nun gibt es zum Glück eine Seite im Internet, die genau diese Frage mit absurd hoher Zuverlässigkeit beantwortet und daher nicht oft genug gelobt werden kann: das Prepaid Data SIM Card Wiki.

Aero Press samt Zubehör
LMT-SIM-Karte für 3 Euro macht unendlich Internet, Ezys-SIM immerhin 1,5 Gigabyte

Die Lösung für mein Internet-Problem ist eine Prepaid-SIM-Karte von LMT, die einmalig 3 Euro kostet und mit ebenso viel Guthaben aufgeladen ist. Ich habe sie in einem LMT-Geschäft gekauft, gegeben hätte es das Paket aber wohl auch in jedem Supermarkt. Seltsame Tücken wie in Deutschland gibt es nicht, das heißt es ist keinerlei Registrierung oder Authentifizierung nötig. Die Karte wird einfach gekauft, ins Smartphone geschoben und dann funktioniert alles. Zumindest fast: LTE ist nach dem Kauf noch nicht aktiviert und muss erst telefonisch freigeschaltet werden.

Das ist auf Englisch problemlos möglich und im Prepaid-Wiki vorbildlich beschrieben (erneut: großes Lob). Das Telefonat hat bei mir insofern ein seltsames Gefühl hinterlassen, als dass ich mir bis heute nicht sicher bin, ob ich mit einem Mensch oder eine Maschine telefoniert habe. Unabhängig davon: Nach dem Gespräch funktionierte auch LTE einwandfrei.

Das Highlight ganz zum Schluss: Das Startguthaben genügt für eine einwöchige Daten-Flatrate ohne Einschränkungen. Dass es dagegen nur 10 Inklusiv-Minuten gibt, ist süß. Benötigt werden die in Zeiten von WhatsApp-Telefonaten aber ohnehin nicht. Der Deutschland-Vergleich ist erschreckend und peinlich: In der kommenden Woche startet O2 die hierzulande günstigste echte Flatrate – für 60 Euro. Bei Telekom und Vodafone zahlt man 80 Euro pro Monat.

Der Tarif kann sogar außerhalb Lettlands benutzt werden: 537 Megabyte darf man in anderen EU-Ländern verbrauchen. Wenn dann nicht die iPhone-Fotos-App und Tidal durchdrehen, muss man in Litauen auch keine Ezys-SIM mehr kaufen – wobei die unkomplizierten 1,5 Gigabyte für 1,5 Euro auch ein faires Angebot sind und deutsche Provider ebenso alt aussehen lassen. Traurig, das alles.